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Tempel im Kloster von Kharakhorum

Jun 30, 2015 |

Kaum ist die Sonne weg, wird es richtig frostig. Nun bekamen wir einen Eindruck davon, was ein auch heute noch zu großen Teilen nomadisch lebendes Volk lange Zeit als Hauptstadt bezeichnete. Keine Befestigungsanlagen, kein Palast (-zelt), keine Infrastruktur, kein gar nichts. Aber wozu auch? Wahrscheinlich traf man sich hier in früheren Tagen ohnehin nur alle paar Jahre einmal, um bei Bedarf aus den einzelnen Clanoberhäuptern einen neuen Khan zu küren. Sei’s drum. Nach der Ankunft bahnten wir uns den Weg durch eine der Schafherden und erstiegen einen der umliegenden Hügel. Von hier aus konnte man die ganze Pracht der ehemaligen Kapitale überblicken und auch ohne Panoramafunktion auf einem Bild festhalten. […more]

Erste Eindrücke aus der Mongolei

Jun 15, 2015 |

Eine Notunterkunft, strategisch positioniert, weil sich hier zwei alte Schmugglerrouten kreuzen, die noch heute von Wanderern und Reisenden genutzt werden? Werden hier Viehherden entlang getrieben und wird alle paar Wochen ein Wagen von Ochsen in Richtung Markt oder zurück gezogen, beladen entweder mit Hoffnung oder Enttäuschung, Schnaps oder Kartoffeln, je nachdem in welcher Richtung er zieht? Ist es ein Unterstand gewesen, der den Reisenden Schutz bietet vor den heftigen Wetterumschwüngen, die einen in dieser Gegend so überraschen können? Darin ein Lager aus knarrenden Latten, eine kleine Feuerstelle und ein Topf, in dem man sich das Wasser aus dem nahen Bach zu einem immer gleich schmeckenden Sud aus Kräutern brauen kann, […more]

Auf Meilen die einzige Aussicht

Jun 5, 2015 |

Ob Schaf- und Ziegenherden, Kuh- und Yakherden oder freilaufende Pferde, sie alle standen friedlich grasend im Schnee oder querten gemütlich die Straße auf der Suche nach neuer Nahrung. Ab und an sah man auch einen Schäfer dabei, entweder traditionell auf einem Pony oder etwas neuzeitlicher auf einem Motorrad, stets umringt von einem oder mehreren Hunden. Die Geier kreisen schon. Unsere freundlichen Wegbegleiter. ach etwa zweistündiger Fahrt, trafen wir dann auf weitere Wegbegleiter: Geier saßen am Wegesrand, labten sich an einem Schafskadaver und blickten uns an, als wollten sie sagen: Freunde, ihr seid die Nächsten! Wie Recht sie haben könnten, wurde uns bewusst, als wir nur kurz darauf mitten im Nirgendwo […more]

Der Gandan Tempel zur Morgenzeremonie

May 12, 2015 |

So sei es üblich, sich auch ohne den geringsten Anlass einen auf die Mütze zu geben. Gerne gegenseitig, noch lieber natürlich einem Touristen. Da gibt es unter Umständen noch was zu erbeuten. Wir beschlossen, in diesem Fall den Hinweisen zu vertrauen und ihre Richtigkeit nicht einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Das mongolische Nationalgericht. Doch gibt es für den Neugierigen noch weitere Möglichkeiten, sich landestypischen Traditionen zu nähern, auch ohne sich des Nachts einer wütenden Horde angetrunkener Mongolen entgegen zu werfen. Und um ehrlich zu sei, ich halte diese Variante für nicht minder mutig. Wir versuchten die mongolische Küche. Alles in allem wurden wir hier kulinarisch verwöhnt. Insbesondere wenn man die […more]

Sibirischer Tagtraum

Apr 21, 2015 |

Sehe zwischen Birken hindurch einen kleinen dunklen Kasten. Ja, es könnte wirklich eine Hütte gewesen sein. Obwohl ich schon weiß, dass man das Fenster nicht öffnen kann, rüttele ich trotzdem noch einmal daran, stoße dabei gegen den Klapptisch und die Konstruktion aus tausend Kleinigkeiten, die darauf gestapelt sind, beginnt bedrohlich zu wanken. Peer knurrt verärgert, blickt aber nicht von seinem Buch auf. Ich sehe meine Hoffnung auf Abwechslung am Horizont verschwinden, lasse mich wieder auf meine Pritsche sinken und fahre mir, Verwünschungen murmelnd, abwesend durch den Bart. Natürlich ärgere ich mich. Seit Stunden, gefühlt seit Tagen, starre ich aus dem Fenster und verbringe die Zeit in Sehnsucht nach Abwechslung. Doch […more]

Ulan Bator – eine Stadt wächst

Mar 10, 2015 |

Wo man geht und steht sieht man Baustellen und Kräne. Hier entsteht etwas. Ganze Landstriche abseits der Innenstadt präsentieren sich als riesiger Baugrund. Es stellt sich die Frage, wer hier überhaupt einziehen will? Die rund 800.000 Einwohner scheinen ja zumeist schon ein Dach über dem Kopf zu haben. Also können es nur ausländische Investoren sein, die hier eine Art Goldgräberstimmung verbreiten. Ein Indiz für einen zeitgleichen rücksichtslosen wirtschaftlichen Aufschwung stellt die dichte Smogglocke dar, die ständig und bedrohlich über Ulan Bator liegt. Tritt man auf die Straße, bleibt einem zunächst erstmal die Luft weg. Viele Einheimische tragen hier einen Mundschutz oder ziehen sich Tücher und Schals vor das Gesicht. Verzweifelte […more]

Sightseeing findet außerhalb statt

Mar 3, 2015 |

Lohnenswert ist aber ein Spaziergang aus dem Stadtkern hinaus und das Erklimmen des Hügels mit dem Mahnmal, das an den zweiten Weltkrieg erinnert. Da dort aber nicht ein einziger Mongole gekämpft hat, sondern sich der Staat auf einige Waffenlieferungen beschränkte, erinnert es mehr an die Zeit sowjetischer Knechtschaft, da die Granden der KP hier allgegenwärtig sind. Nichts desto trotz bietet sich hier aber eine atemberaubende Aussicht über die gesamte Stadt. Und die sie verhüllende Dunstglocke. Wer wirklich etwas vom Land sehen möchte, der verlässt die Stadt schleunigst. Beliebt sind dabei Trips in die Wüste Gobi, den Terelj oder einen der anderen Nationalparks. Ponyreiten und Übernachtung in der Ger (der Name […more]

Reisen nach Ulan Bator

Feb 2, 2015 |

Natürlich ist dies nicht als generelle Abneigung gegen Russen zu verstehen. Im Gegenteil: wir trafen auch dort viele herzliche und hilfsbereite Menschen. Nur scheint sich im russischen Gemüt schlagartig etwas zu verändern, sobald die Person eine Uniform anlegt. Wir wollten diesem Phänomen aber nicht weiter auf den Grund gehen, sondern sahen vielmehr der Mongolei und ihren Bewohnern voll Vorfreude entgegen. Ulan Bator im Sonnenschein. Trotz des Smogs eine herrliche Aussicht. Hier ticken die Uhren anders. Da wir mit dem Überschreiten der Grenze einen vierstündigen Zeitsprung unternahmen – wir taten es bis dato den russischen Fahrplänen gleich und richteten uns nach der Moskau-Zeit – katapultierten wir uns auf einen Schlag vom […more]

Die erste Nacht in der Jurte

Jan 30, 2015 |

Überhaupt wunderten wir uns, woher das Brennholz stammte, hatten wir doch auf dem ganzen Weg bisher nicht einen Baum gesehen.) Will man also eine gewisse kontinuierliche Wärmezufuhr sicherstellen, so sollte man spätestens alle zwei Stunden Holz nachlegen, was insbesondere des Nachts zu einem Schlafrhythmus mit äußerst kurzen Intervallen führt. So entschieden wir uns bald, das Feuer Feuer sein zu lassen und der klirrenden Kälte mit entsprechender Kleidung und Decken zu trotzen. In meinem Fall bedeutete dies: ein Paar Trekkingsocken unter ein Paar Skisocken, eine Thermohose, ein T-Shirt, ein Longsleave und einen dicken Troyer zu tragen. Das Ganze im Schlafsack und unter ein bis zwei zusätzlichen Decken. Trotzdem wachte man immer […more]

Willkommen in der Mongolei

Jan 2, 2015 |

Yeaaaahhhhh, wir haben es aus Russland raus geschafft!!! Hab erst gestern, nach einiger Pause, mal wieder in den blog geschaut und alles geballt gelesen. Mann o Mann, das war knapp. Hab all meine Arbeitskollegen damit erfreut. Wahnsinn!! Mongolei also. Und Schafskopf??? Hätt ich mich nie getraut. Schon beim Gedanken daran dreht sich mir der Magen um. Ulan Bator hört sich allerdings sonst ganz schön an. Ist denn da noch russische Atmosphäre oder schon asiatisch pur?? Die Fotos aus Sibirien fand ich übrigens großartig. Das sah wirklich nach Entspannung aus. Tja, was so ein paar Birken ausmachen. Freue mich auf den nächsten Artikel. Und auch wieder was gelernt heute (Ger=Jurte). Danke […more]